Knast

Ich habe die Steine getragen,
habe mitgeholfen,
das Wasser heranzuholen,
habe mitgeholfen, den Zement anzurühren.

Ja, ich habe sogar mitgeholfen,
die Mauer mit hochzuziehen,
von dem Gefängnis,
das Einsamkeit heißt.

Doch ich habe Einspruch eingelegt,
Einspruch auf Freiheit,
Einspruch auf Hoffnung,
Einspruch auf ein kleines Stück
Glück.

Charly

Herzlich Willkommen

Das Theater erfordert Leistungen, die Obdachlosen in der Regel von der Öffentlichkeit abgesprochen werden: Durchhaltevermögen, das Einhalten von Regeln, Selbstkontrolle, Verantwortung für sich selbst und für die Gruppe übernehmen sind Voraussetzungen, um eine Produktion auf die Bühne zu bringen. Eine der Regeln bei der Kölner Berber-Bühne ist vor und während der Proben und Aufführungen keinen Alkohol und andere Drogen zu konsumieren.

Das Anliegen der Regisseurin ist es, die Stärken des Einzelnen an die Oberfläche zu bringen und das Ganze zu einem Stück für einen gelungenen Theaterabend zusammenzufügen. Über die Theaterarbeit mit Obdachlosen stand von Anfang an als Motto ein Satz aus „Nachtasyl“ von Maxim Gorki:

„Man soll den Menschen respektieren, nicht bemitleiden, nicht durch Mitleid erniedrigen soll man ihn, sondern respektieren…..“

„Durch die Bühne, auf die sich die Berber begeben, können sie in einen direkten Kontakt mit der Öffentlichkeit treten. Sie haben die Gelegenheit, Fremd- und Selbstzuschreibungen und die soziale Isolation, die damit einhergeht, aufzubrechen und mit veränderten Inhalten zu füllen.“ **

* Carolin Seliger: „Von der Bank auf die Bühne“ – Theaterspielen als  Resozialisierungsmaßnahme für Obdachlose? Eine Fotoarbeit über die Kölner Berber- Bühne, Diplomarbeit im Fachbereich Sozialarbeit, Fachhochschule Köln 1999.

** Susanne Freisberg: „Berber auf der Bühne“ KBB- Beobachtungen eines Theaterprojektes,
 Diplomarbeit im Fach Erziehungswissenschaft, UNI Köln 2000.

 

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